Beiträge mit dem Tag 'veranstaltungen'


  • Serenade trifft Blues - Ingolf Dahl und Dick Kattenburg

    geplant am 10. Mai 2020 um 11 Uhr im Ernst Deutsch Theater

    nun - aufgrund der Covid19-Pandemie - als Online-Premiere
    weltweit ab 10. Mai 2020 um 11 Uhr abrufbar auf der Startseite des Ernst Deutsch Theaters


    oder direkt über den Link:
    Film-Konzert "Serenade trifft Blues"

    Anlass sind der 80. Jahrestag der Besetzung der Niederlande durch die Deutsche Wehrmacht, der 87. Jahrestag der Bücherverbrennung und das 50. Todesjahr von Ingolf Dahl.


    Die Musik von Ingolf Dahl (1912-1970) und Dick Kattenburg (1919-1944) wird ergänzt durch Texte von Erich Kästner (1899-1974), Bert Brecht (1898-1956) und Kurt Schwitters (1887-1948). Vierstimmig korrespondiert Kattenburgs Blues für Klavierduo mit Dahls Serenade für Flötenquartett. Beide spiegeln die unterschiedlichen Schicksale verfemter Künstler*innen wider: der in Hamburg geborene Dahl emigrierte 1939 in die USA, Kattenburg, in Amsterdam geboren, tauchte 1941 unter, wurde 1944 verhaftet und in Auschwitz ermordet.

    Programm
    Programmheft

    Ausführende:

    KlavierduoFriederike Haufe und Volker Ahmels
    RezitationVolker Hanisch
    QuerflöteWiebke Bohnsack, Laia Bobi Frutos, Waldo Ceunen und Luca Höhmann
    StepptanzTonio Geugelin
    EinführungDr. Jens Hüttmann (Landeszentrale für politische Bildung Hamburg)
    RegieRichard Haufe-Ahmels

    Die Veranstaltung war im Rahmen der Tage des Exils 2020 (www.tagedesexils.de) geplant, die insge- samt in das Jahr 2021 verschoben wurden. Der direkte Bezug zu den Gedenktagen führte mit groß- artiger Unterstützung aller Beteiligten zu der Entscheidung, sie als Film-Konzert aufzuzeichnen und als Online-Premiere stattfinden zu lassen.

    Gefördert: durch das Bezirksamt Hamburg-Nord, die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und die Herbert und Elsbeth Weichmann-Stiftung.

    Veranstalter:
    Initiative Marcus und Dahl e.V. und Kooperationspartner Ernst Deutsch Theater


  • Hamburger im Exil: der Bildhauer Gert Marcus

    Achtung: Diese Veranstaltung kann leider aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden!

    Gert Marcus
    Gert Marcus 1988 - Foto ©Laszlo Bogardy

    Der Hamburger Bildhauer Gert Marcus (1914-2008) floh 1933 als „Jude“ nach Schweden. Dort erwarb er mit seinen großen Marmor-Skulpturen höchstes Ansehen, doch in Hamburg war er bis Ende 2015 weitgehend unbekannt. Über die erinnerungspolitischen Erfolge berichtet Hans-H. Nölke von der Initiative Marcus und Dahl e.V. Die Kunsthistorikerin Maike Bruhns erläutert die Bedeutung von Marcus’ Werk, und seine Witwe Françoise Ribeyrolles-Marcus schildert seine Arbeitsweise. Es moderiert die Autorin Susanne Wittek.

    Veranstalter: Herbert und Elsbeth Weichmann-Stiftung, Körber-Stiftung und Initiative Marcus und Dahl e.V.
    Termin: Mittwoch 29.04.2020 um 19.00 Uhr
    Veranstaltungsort: KörberForum, Kehrwieder 12, 20457 Hamburg

    Anmeldung ab Mittwoch, 15. April unter www.koerber-stiftung.de

    Eintritt ist frei


  • Gert Marcus, Annie Glissmann und andere Kunstschaffende

    Achtung: Diese Veranstaltung kann leider aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden!

    Gert Marcus

    Philosoph?

    Bildhauer?

    Komponist?

    • Wer war die Person, die der Gert-Marcus-Straße den Namen gegeben hat?
    • Wer verbirgt sich hinter dem Anni-Glissmann-Weg?
    • Einblicke in die Kulturgeschichte Groß Borstels

    Liebe Anwohner und Anwohnerinnen im Quartier Tarpenbeker Ufer,
    Liebe Groß Borsteler,

    wir möchten Sie einladen, auf einer kleinen virtuellen Tour durch Groß Borstel die
    Namensgeber der Straßen und Wege in unserem neuen Quartier „Tarpenbeker Ufer“
    näher kennen zu lernen, Ihnen weitere Persönlichkeiten aus der Kulturgeschichte des
    Stadtteils vorstellen und Sie über das kulturelle Angebot in Groß Borstel informieren.
    Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

    Dienstag, 24. März 2020 um 20 Uhr
    Im Stavenhagenhaus, Frustbergstr. 4
    Die Bauernstube ist ab 19.00 Uhr geöffnet


  • Lost and Found - Ingolf Dahl und Dick Kattenburg

    Ingolf Dahl
    Ingolf Dahl, um 1946
    Quelle: Familie Marcus

    Das kompositorische Wirken des 1912 in Groß Borstel geborenen und 1938 in die USA ausgewanderten Komponisten Ingolf Dahl ist in Deutschland nach wie vor kaum bekannt. Nach der Uraufführung des Rondo für Klavier zu vier Händen durch das Hamburger Klavierduo Haufe-Ahmels am 25.10.2018 in der Heinrich-Hertz-Schule soll nunmehr auch sein Werk für vier Querflöten hier am Ort seiner Geburt zur Aufführung gelangen. Auf dieses Werk wurde das Klavierduo Haufe-Ahmels bei seinen Recherchen durch die niederländische Konzertflötistin Eleonore Pameijer aufmerksam. Sie wird nun dieses Flötenquartett auch bei uns gemeinsam mit drei Hamburger Flötistinnen spielen.

    Dick Kattenburg
    Dick Kattenburg, Selbstporträt
    Quelle: Nederlands Muziek Instituut, Public Domain

    Als Kontrapunkt werden Werke des niederländischen Komponisten Dick Kattenburg (1919-1944) erklingen, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag begehen könnte, wenn er nicht 1944 mit 24 Jahren in Auschwitz ermordet worden wäre. Das Konzert spiegelt das Schicksal zweier fast gleichaltriger Komponisten wider, von denen der Eine kurz nach Studienbeginn die Möglichkeit hatte zu emigrieren, weil er hier in Deutschland das Kippen der Stimmung richtig einschätzte. Der Andere hingegen tauchte unter als sein Heimatland besetzt wurde, und wurde bei einer Razzia gefasst. 

    Herr Dr. Jens Hüttmann, stellvertretender Direktor der Landeszentrale für politische Bildung in Hamburg, wird mit einer Einführung das historische Spannungsfeld aus seiner aktuellen politischen Sicht auf das heutige Europa beleuchten.

    Das Gesprächskonzert unter dem Titel

    Lost and Found - Ingolf Dahl und Dick Kattenburg

    findet am Montag, dem 18.11.2019 um 20 Uhr im Stavenhagenhaus statt.

    Ausführende sind:
    Flötistin Eleonore Pameijer, Leo Smit Stichting Amsterdam
    Klavierduo Friederike Haufe – Volker Ahmels, Hamburg
    Flötistinnen Ulrike Beißenhirtz, Wiebke Bohnsack und Luca Höhmann, Hamburg

    Kooperationspartner und Förderer sind: Bezirksamt Hamburg-Nord, Landeszentrale für politische Bildung, Elsbeth und Herbert Weichmann-Stiftung, Taste for School e.V. und Leo Smit Stichting, Amsterdam.

    Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.


  • Flucht ins Ungewisse

    Dr. Nölke bedankt sich bei Susanne Wittek für die gelungene Gestaltung der Ausstellung
    Dr. Nölke bedankt sich bei Susanne Wittek für die gelungene Gestaltung der Ausstellung
    Dr. Nölke bedankt sich bei Susanne Wittek für die gelungene Gestaltung der Ausstellung
    Fotos: Claudia Höhne

    Eine großartige Ausstellung ist seit Montag, 11.11.2019, im Hamburger Rathaus zu sehen: Unter dem Titel „Flucht ins Ungewisse“ werden 22 Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft und Politik portraitiert, die während des Nationalsozialismus aus Hamburg ins Exil fliehen mussten. 22 Biographien, die stellvertretend für die Biographien von bis zu 10.000 Männern, Frauen und Kindern stehen, die zwischen 1933 und 1945 ins Ausland flüchten mussten.

    Für uns in Groß Borstel ist von besonderer Bedeutung, dass auch die Lebenswege der beiden Künstler Gert Marcus und Ingolf Dahl nachgezeichnet werden. Der Bildhauer und Maler Gert Marcus (1914 – 2008) stammte wie sein Bruder, der Komponist Ingolf Dahl (1912 – 1970), aus einer gebildeten Familie des jüdischen Bürgertums in Groß Borstel. Gert Marcus musste seine Ausbildung an der Lichtwarkschule 1933 abbrechen und emigrierte ins Heimatland seiner Mutter, nach Schweden. Ingolf Dahl verließ Hamburg aus gesundheitlichen Gründen und um dem Antisemitismus in Deutschland auszuweichen schon 1932 und ging nach Zürich, bevor er 1939 in die USA emigrierte. Das Leben und Schaffen beider Künstler wird seit 2015 von der Initiative Marcus und Dahl e.V. aus dem Vergessen hervorgeholt; insofern ist es ein erfreulicher Erfolg unserer bisherigen Arbeit, dass ihr Wirken jetzt an so prominenter Stelle gewürdigt wird.

    Die Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft, Carola Veit, erinnerte in ihrer Eröffnungsrede für die Ausstellung „an das Schicksal und Wirken der Menschen, die während der NS-Zeit aus ihrer Heimatstadt Hamburg fliehen mussten. Ihre ganz persönlichen Geschichten halten die Mahnung wach, dass unsere historische Verantwortung nicht abläuft, sondern immer währt (…) Angesichts der vielen Menschen, die auch heute in unserer Stadt im Exil leben, weil sie vor Hunger, Verfolgung und Krieg geflohen sind, ist die Ausstellung eine Aufforderung, Hass und Intoleranz etwas entgegenzustellen, nämlich Solidarität, Empathie und Demokratie.“
    Die Rede ist nachzulesen unter: https://www.hamburgische-buergerschaft.de/nachrichten/13195180/exil-ausstellung/.

    Die Ausstellung im Erdgeschoss des Rathauses ist als Kooperationsprojekt von der Körber-Stiftung, der Hamburger Bürgerschaft und der „Herbert und Elsbeth Weichmann-Stiftung“ entstanden, die damit ihr 30-jähriges Bestehen feiert.

    Ich kann einen Besuch dieser Ausstellung sehr empfehlen, allerdings ist etwas Eile geboten: Die Ausstellung in der Rathausdiele ist nur bis zum 26. November zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 7 bis 19 Uhr, Sonnabend: 10 bis 18 Uhr, Sonntag: 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

    Wolf Lüders


    Plakat Flucht ins Ungewisse

    Weitere Informationen zur Ausstellung unter:
    https://www.koerber-stiftung.de/exil und http://www.weichmann-stiftung.de/


  • Ein „Malweib“ in Groß Borstel – Die Künstlerin Elisabeth Büttner

    Postkarte Bauernhaus um 1925
    Postkarte um 1925

    Die Malerin Elisabeth Büttner – kleines Juwel in Groß Borstel

    Am 6. November lädt die Initiative Marcus und Dahl e.V. zu einem besonderen Abend in das Stavenhagenhaus ein. Regine Kreimer wird das Leben und die Arbeit der Malerin Elisabeth Büttner (1853 – 1934) vorstellen. Regine Kreimer ist die Enkelin von E. Büttner, die von 1908 bis 1928 in der Brückwiesenstraße 31 in einer kleinen Jugendstilvilla lebte und dort auch ihr Atelier hatte.

    Elisabth Büttner
    Elisabth Büttner
    Foto um 1900, Quelle: R. Kreimer

    E. Büttner ist als Portraitmalerin, aber auch als Landschaftsmalerin bekannt geworden. Sie studierte Malerei in München und Paris und entschied sich um 1900 für die Tätigkeit als freischaffende Malerin und gegen den Hamburger Schuldienst. Diese mutige Entscheidung traf sie zu einer Zeit, als es für Frauen noch sehr schwierig war, als selbstständige Künstlerin erfolgreich und anerkannt zu arbeiten.
    Im „Garten der Frauen“ auf dem Friedhof Ohlsdorf erinnert ein kleiner Gedenkstein an die Malerin Elisabeth Büttner.

    Wir freuen uns auf einen interessanten Abend mit Regine Kreimer

    am Mittwoch, dem 6.11.2019 im Stavenhagenhaus Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr.

    Der Eintritt ist frei. Wir bitten aber herzlich um Spenden.

    Wolf Lüders


  • Biografie eines musikalischen Wanderers

    Melina Paetzold
    Melina Paetzold
    (Foto Karoline Wolf)

    Die Klarinettistin Melina Paetzold hat uns mit ihren Auftritten im Stavenhagenhaus seit Mai 2016 bereits einige Kompositionen des in Groß Borstel geborenen Komponisten Ingolf Dahl zu Gehör gebracht, die im Dritten Reich als verfemte Musik abgestempelt wurden.

    Melina Paetzold hat während ihrer Studienzeit in Rostock einen besonderen Zugang zur verfemten Musik erhalten. Zahlreiche Konzerte, Erfolge beim Schweriner Wettbewerb Verfemte Musik und vor allem die Veröffentlichung der CD Intervals prägten ihre künstlerische Entwicklung.

    Die Veröffentlichung der „Biografie eines musikalischen Wanderers“ ist nun ihre erste Arbeit als Autorin. Angeregt durch die Recherchen des Hamburger Klavierduos Haufe-Ahmels und das Interesse zahlreicher Bürgerinnen und Bürger Groß Borstels an der Wiederentdeckung der Familie Marcus und Dahl, liegt erstmals eine deutschsprachige Schilderung des Lebens und Wirkens von Ingolf Dahl vor. Gerade der Lebensweg des Komponisten Ingolf Dahl zeigt, dass es immer noch Schicksale und Geschichten von Familien gibt, die vor weniger als 100 Jahren wegen politischer Verfolgung unser Land verlassen mussten. Die Kenntnis dieser Hintergründe kann dazu beitragen, der heutigen Entwicklung von Flüchtlingsströmen und politischer Abgrenzung bewusster und mit mehr Toleranz zu begegnen.

    Die Initiative Marcus und Dahl und die Freunde des Stavenhagenhauses laden Sie herzlich ein zu einer musikalischen Lesung mit der Musikerin und Autorin Melina Paetzold und einem spannenden Einblick in das bewegende Schicksal des musikalischen Wanderers Ingolf Dahl

    am Montag, dem 13. Mai 2019 um 20 Uhr im Stavenhagenhaus.

    Der Eintritt ist frei. Über Spenden zur Weiterführung unserer Arbeit würden wir uns sehr freuen.

    Wir würden uns freuen, Sie begrüßen zu dürfen.


  • Taste for School

    TASTE FOR SCHOOL endlich in Hamburg!
    Zum ersten Mal in Hamburg
    - und zum ersten Mal mit Musik des Hamburger Komponisten Ingolf Dahl.

    TASTE FOR SCHOOL® ist ein Schulprojekt, das Schüler*innen allgemeinbildender Schulen an Klaviermusik und Kunst des 20. Jahrhunderts und an Verfemte Musik heranführt. Es wurde 2013 von dem Hamburger Klavierduo Friederike Haufe & Volker Ahmels entwickelt.

    Woher kommt der Name?
    Das englische Wort „taste“ heißt „Geschmack“. Als Verb „to taste“ bedeutet es ins Deutsche übersetzt „probieren“. Durch Probieren kann ich auf den Geschmack kommen. Auf welchen? Auf den Geschmack von Musik! Was für Musik? Klaviermusik! Warum? Weil das Klavier 88 TASTEN hat, an die es lohnt, sich heran zu TASTEN…
    Und wo passiert das? In der Schule, deshalb: TASTE FOR SCHOOL.

    Das Ergebnis ist ein Konzert mit Performance, Rezitation, Percussion, Tanz, Schauspiel, Kunst des \20. Jahrhunderts, DADA, Verfemter Musik und noch viel mehr! Ein Konzert, das sich nicht als Kinderkonzert oder Schulkonzert bezeichnen lässt, sondern ein tatsächlich höchst anspruchsvolles Konzertevent darstellt: Toleranz für Kunstformen, speziell für die des 20. Jahrhunderts, gleichberechtigte Bühnenerfahrung für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

    Mittwoch, 27.3.19, 19:00 Uhr, Heinrich Hertz Schule, Aula C
    Zum ersten Mal in Hamburg
    - und zum ersten Mal mit Musik des Hamburger Komponisten Ingolf Dahl.

    Ingolf Dahl war als Ingolf Marcus 1912 in Hamburg-Groß Borstel geboren und ging als Sohn eines jüdischen Vaters 1933 nach Zürich und von dort im Januar 1939 nach Los Angeles ins Exil, wo er den Mädchennamen seiner schwedischen Mutter annahm.

    Während der Recherche um den verfemten Hamburger Komponisten Ingolf Dahl hatte das Klavierduo in dessen ehemaliger Schule, der Heinrich Hertz Schule im Rahmen der Tage des Exils bereits ein Konzert gespielt. Ko-Veranstalter der Schule war die Initiative Marcus und Dahl e.V. Der Kontakt zu dieser Schule war sehr nah und gut, und dadurch war die Bereitschaft schnell da, das Projekt TASTE FOR SCHOOL zu machen. Dahl wurde natürlich sofort integriert, über die Themen aus seinen “4 Intervals” werden Abiturienten musikalisch improvisieren.

    Der Komponist hat sein Abitur vor fast 90 Jahren hier an der damaligen Lichtwark-Schule abgelegt. Dieser Bezug ist bewusst hergestellt, um die heutigen Schülerinnen und Schüler auf ihren alten Mitschüler aufmerksam machen. Sowohl auf sein Leben, als auch auf sein Werk. Das Wissen, dass in dieser wunderschönen alten Schulaula, die festlich als Konzertsaal fungieren wird, damals schon der musikalisch hochtalentierte Schüler Ingolf musiziert hat, seine kompositorischen Frühwerke vorstellte, und von Seiten der Schule optimal gefördert wurde, ist eine Art Authentizität, die sich auf alle jugendlichen Mitwirkenden, aber sicherlich auch auf das Publikum überträgt.

    Dahls kompositorischer Nachlass liegt heute in der USC (University of Southern California). Friederike Haufe und Volker Ahmels brachten von dort die „Four Intervals“ mit, zu denen auf Augenhöhe kreativ improvisiert wird.

    “La Dance de la Sorcière” von Alexandre Tansman wird von Oberstufen-Schülern*innen des sog. IDA-Profils* vertanzt auf die Geschichte der Baba Jaga, Milhauds “Le Boeuf sur le Toit” wird szenisch von Fünftklässlern dargestellt, und bei Schulhoffs Zyklus „Ironien”, der in Dada sehr verwurzelt ist, darf man gespannt sein, was den Kids dazu Bühnenwirksames einfallen wird. Und dann gibt ́s noch den Tap Dance von Dick Kattenburg, dessen 100. Geburtstag sich jetzt in 2019 jährt. Er komponierte einen Stepptanz, zu dem entweder die klappernden Schuhe des Tänzers oder alternativ Percussion gleichberechtigt erklingt.

    Überhaupt: Gleichberechtigung! Tatsächlich ist es in diesem Projekt bisher immer gelungen, dass eine große Anzahl Kinder und Jugendlicher gleichberechtigt und selbstbestimmt mit Friederike Haufe und Volker Ahmels gemeinsam auf der Bühne eine anspruchsvolle, witzige Superperformance hinlegen. Damit versucht das Hamburger Klavierduo sowohl, das Musik- und Kunstverständnis zu wecken oder zu erweitern, als auch natürlich sich mit dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte auf eine emotionale, eine andersartige Weise zu beschäftigen und damit politisches Denken anzustoßen und / oder einfach auch nur Empathie. Heute so wichtig wie schon immer, oder doch noch wichtiger?

    Die Hamburger Erstaufführung des Schulprojektes TASTE FOR SCHOOL - DER OCHSE AUF DEM DACH UND ANDERE VERBOTE - SPEKTAKEL DADA wird gefördert durch die Freie und Hansestadt Hamburg, Bezirksamt Hamburg-Nord und die Hans-Kauffmann-Stiftung, Hamburg.


    * IDA: „Ich ist der Andere“ Dieses Profil bietet Schülerinnen und Schülern sowohl auf theoretischer als auch auf performativer Basis die Möglichkeit, sich intensiv mit Themen der eigenen und der gesellschaftlichen Entwicklung auseinanderzusetzen


  • Groß Borstels vergessene Künstler - Adolf Heinrich Rode

    Lichtbildervortrag am 19.März 2019 um 20 Uhr
    im Stavenhagenhaus, Frustbergstr. 4

    Der Maler Heinrich Rode lebte von 1935 bis 1977 in der Köppenstraße in Groß Borstel, danach bis zu seinem Tode 1983 in der Erikastraße in Eppendorf, also nicht weit von seinen ländlichen Motiven des dörflichen Groß Borstels entfernt. Mancher etwas ältere Bürger unseres Stadtteils hat ihn vielleicht gekannt, ihm bei seinem Schaffen über die Schulter schauen können oder kann sogar einen „Rode“ sein Eigen nennen.

    Die Initiative Marcus und Dahl e.V. lädt Sie zu einem Lichtbildervortrag am 19. März 2019, 20 Uhr, ins Stavenhagenhaus ein, um die Person Heinrich Rode, sein Leben und Werk besser kennenlernen zu können.

    Dr. Birgit Pflugmacher wird Ihnen durch Werksbeispiele zum einen die Entwicklung des Hamburger Malers aufzeigen, zum anderen durch Gemälde und Fotografien Groß Borstel damals und heute zeigen.

    Unser Dank geht schon heute an die Eigentümer der Werke, die uns für den Vortrag ihre Schätze zur Verfügung gestellt haben.


  • Musische Reise durchs Leben von Hans und Anni Glissmann

    In Groß Borstel entsteht derzeit das Wohngebiet Tarpenbeker Ufer für etwa 2000 neue Einwohner. Verbunden werden sollen Alt und Neu durch den Anni-Glissmann-Weg, benannt nach der Grafikerin Anni Glissmann, die gemeinsam mit ihrem Ehemann 1938 vor den Nationalsozialisten nach London floh. Die Kunsthistorikerin Birgit Pflugmacher erläutert, wer Anni und Hans Glissmann waren und was sie mit Groß Borstel zu tun hatten. Das Klavierduo Friederike Haufe und Volker Ahmels begleitet den Abend musikalisch.

    Förderer: Bezirksamt Hamburg-Nord, Herbert und Elsbeth Weichmann-Stiftung

    Eintritt frei, Spenden erwünscht


    Bild von einem Kaffeeservice
    von Anni Glissmann 1933 entworfenes Kaffeeservice (Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg)


    Bild von Madonna mit Kind
    Hans Glissmann: Madonna mit Kind (Kunsthalle Hamburg)

  • Gesprächskonzert „Aus der Neuen Welt – und zurück“ - Welturaufführung

    1938 – vor genau 80 Jahren – fanden die Reichspogromnacht und der Anschluss Österreichs statt. Damals emigrierte der Hamburger Ingolf Dahl von Zürich nach Los Angeles und komponierte das “Rondo” für Klavier vierhändig. Sein Nachlass liegt im Archiv der University of Southern California. Dort entdeckte das Hamburger Klavierduo Friederike Haufe und Volker Ahmels das Manuskript. Nun kehrt Dahls Musik zurück: in die Aula seiner alten Schule, damals Lichtwark-, heute Heinrich-Hertz-Schule, in der er auch seine erste Komposition im Rahmen eines Leistungskurses vorgestellt hat.

    Veranstaltung in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung und Taste for School e.V

    Förderer: Bezirksamt Hamburg-Nord, Landeszentrale für politische Bildung, Weichmann-Stiftung, Taste for School e.V.

    Eintritt frei, Spenden erwünscht


    Bild von Noten
    Rondo für Klavier vierhändig - Notenhandschrift von Ingolf Dahl, 1938 (Foto: M. Springhorn)


    Bild von Klavierduo
    Klavierduo Haufe-Ahmels – Schlussakkord (Foto: H.-H. Nölke)