Ingolf Dahl

Ingolf Dahl
Ingolf Dahl (6.9.1912 Hamburg – 7.8.1970 Fruitingen/Bern)
Quelle: Familie Marcus

Nachlese Lesung Ingolf Dahl 13.5.2019

Die Klarinettistin Melina Paetzold hat ihr im April 2019 erschienenes Buch „Ingolf Dahl – Biografie eines musikalischen Wanderers“ im Stavenhagenhaus vorgestellt. Die Autorin hat aufwändig recherchiert und lässt den Leser miterleben, was es bedeutet, als politisch Verfolgter seine Heimat zu verlassen, ja sogar seine deutsche Abstammung zu verheimlichen, um in der Fremde eine neue Zuflucht zu finden.

Nachlese Lesung Ingolf Dahl 13.5.2019

In Zusammenarbeit mit Volker Ahmels und der Hochschule für Musik und Theater Rostock wurde Anfang 2018 die CD „Intervals“ mit Werken von Ingolf Dahl produziert

CD Cover Intervals
MKH Medienkontor Hamburg LC 10129,
ISMN 979-0-700167-50-9, B-Nr. MKH 171111, Preis 14,80 €

Der Komponist, Dirigent und Pianist Ingolf Dahl (1912–1970) floh auf Grund seiner jüdischen Abstammung und der damit gegebenen Bedrohung durch die Nationalsozialisten zunächst in die Schweiz, wo er am Stadttheater Zürich zum Assistenzdirigenten avancierte, 1939 dann weiter in die USA nach Los Angeles.

Regelmäßig konzertierte er als Pianist und Dirigent, war Lehrer an der University of Southern California (USC) sowie am Berkshire Music Center in Tanglewood. Er war Assistent Igor Strawinskys, übersetzte Arnold Schönbergs „Pierrot Lunaire“ und spielte Kammermusik mit Benny Goodman. Auch seine Kompositionen erlangten große Anerkennung.

„Herrn Dahls Tonsprache ist natürlich, prägnant, kompakt und vollständig zeitgenössisch, aber nie harte oder selbstbewusste Avantgarde. Er löst die Probleme eines modernen Komponisten brillant, ohne sich untreu zu werden und schreibt nur die Noten, die ihm für seine Zwecke dienen und keine aus Modegründen“, so der bekannte Musikkritiker und Komponist Walter Arlen.

„Die auf dieser CD ausgewählten interpretierte Kammermusik sowie die „Sonata Pastorale“ für Klavier solo sind alle in den USA entstanden. Dennoch umfassen sie drei der vier Kompositionsphasen seiner Schaffenszeit.

Dahl ging bei all seinen Werken von der Form des Stückes aus. Beim Skizzieren einer Komposition legte er zuerst den Charakter, die Proportionen und den groben formalen Aufbau fest. Er liebte es, traditionelle Formen neu zu interpretieren, indem er ganz unterschiedliche Elemente miteinander verschmolz.

Zu hören sind:

  • Concerto a Tre for Clarinet for Violin and Violoncello (1947),
  • Sonata Pastorale (für Klavier, 1959),
  • Four Intervals arranged for Piano Four-Hands (1967, rev. 1969),
  • Sonata da Camera for Clarinet and Piano (1967, rev.1970),
  • Five Duets for clarinets (1970).

Hörproben finden Sie unter:
https://www.medien-kontor-hamburg.de/cds/cd_ingolf_dahl.php

Weitere Informationen

Haufe, Fr./Ahmels, V.: „Ingolf Dahl. Komponist, Dirigent, Lehrer und Pianist“, in: Groß Borsteler Bote, 98.Jg., Mai 2016, S. 6ff.

Matthes-Walk, T.: Ingolf Dahl und Gert Marcus im Rahmen der „Tage des Exils“ im Stavenhagenhaus, in: Groß Borsteler Bote, 98.Jg., Juli/August 2016, S. 8ff.

o. V.: Aus dem Schatten ans Licht. „Zur Erinnerung an Ingolf Dahl“, in: Groß Borsteler Boten, 99.Jg., Januar 2017, S. 14f.

Matthes-Walk, T.: Aus dem Schatten ans Licht – Zur Erinnerung an Ingolf Dahl, in: Groß Borsteler Bote, 99.Jg., März 2017, S. 14f.

Nölke, H.-H.: „Der Ochse auf dem Dach und andere Verbote …“ -Jubiläumskonzert im Rahmen der diesjährigen Tage des Exils im Stavenhagenhaus, in: Groß Borsteler Bote, 99.Jg., September 2017, S. 17ff.